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Geheimnis des Alterns: Wieso wir älter werden

Altern ist ein natürlicher Prozess, der uns alle betrifft – aber wieso altern wir eigentlich? Wissenschaftler haben zwölf zentrale Kennzeichen des Alterns identifiziert, die unser Gewebe, unsere Zellen und sogar unsere Mikroben beeinflussen. Sie helfen uns zu verstehen, wie Alterung auf zellulärer Ebene funktioniert – und warum Krankheiten wie Diabetes, Alzheimer oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit zunehmendem Alter häufiger werden.

Hier sind 12 wichtige Punkte des Alterns:
  1. DNA-Instabilität
    Unsere DNA wird mit der Zeit beschädigt. Reparaturmechanismen werden weniger effizient, es entstehen Mutationen und Fehler beim Ablesen der DNA. Dies kann das Risiko für Krebs und andere Erkrankungen erhöhen.
  2. Telomerverschleiß
    Telomere sind die Schutzkappen an den Enden unserer Chromosomen. Bei jeder Zellteilung werden sie kürzer. Das Enzym Telomerase kann Telomere verlängern, verliert jedoch im Alter an Aktivität.
  3. Epigenetische Veränderungen
    Gene werden nicht nur durch DNA selbst gesteuert, sondern auch durch epigenetische Signale. Schlechter Lebensstil oder Umweltfaktoren können Gene ein- oder ausschalten und so Krankheiten begünstigen.
  4. Verlust der Proteostase
    Proteostase sorgt dafür, dass Proteine korrekt hergestellt und abgebaut werden. Ist dieser Prozess gestört, können sich fehlgefaltete Proteine ansammeln. Ein Mechanismus, der bei Alzheimer oder Parkinson eine Rolle spielt.
  5. Deregulierte Nährstoffsensitivität
    Mit dem Alter reagieren unsere Stoffwechselwege weniger effizient auf Nährstoffe. Das kann zu Zucker- und Fettstoffwechselproblemen führen, Gewichtszunahme begünstigen und chronische Krankheiten fördern.
  6. Mitochondriale Dysfunktion
    Mitochondrien sind die Kraftwerke unserer Zellen. Wenn sie altern, produzieren sie weniger Energie und mehr schädliche Sauerstoffverbindungen, die weitere Zellschäden verursachen und den Alterungsprozess beschleunigen.
  7. Zelluläre Seneszenz
    Einige Zellen hören auf, sich zu teilen, bleiben aber aktiv und senden Signale aus, die Entzündungen und Gewebealterung fördern. Eine Ansammlung solcher Zellen kann altersbedingte Schäden verstärken.
  8. Stammzellenerschöpfung
    Stammzellen regenerieren Gewebe. Mit zunehmendem Alter nimmt ihre Zahl und Funktion ab, wodurch die Heilung verlangsamt wird und das Risiko für Erkrankungen wie Osteoporose oder Muskelschwund steigt.
  9. Veränderte interzelluläre Kommunikation
    Zellen kommunizieren miteinander über Signalwege. Mit dem Alter funktionieren diese Kommunikationswege schlechter, was Stoffwechsel, Immunabwehr und Zellreparatur beeinträchtigt und Krankheiten wie Alzheimer oder Krebs begünstigen kann.
  10. Deaktivierte Makroautophagie
    Autophagie ist der „Reinigungsmechanismus“ der Zelle, der beschädigte Zellbestandteile, einschließlich Mitochondrien, abbaut. Wird dieser Prozess weniger aktiv, sammeln sich defekte Strukturen an, Energieverlust und Entzündungen nehmen zu.
  11. Chronische Entzündung (Inflammaging)
    Mit dem Alter entstehen niedriggradige, chronische Entzündungen. Sie sind oft unsichtbar, wirken aber dauerhaft und begünstigt zahlreiche altersbedingte Krankheiten.
  12. Dysbiose
    Das Ungleichgewicht der Mikroben (Bakterien, Pilze etc.) verändert sich mit dem Alter. Insbesondere das Darmmikrobiom ist betroffen und kann Verdauungsprobleme, Entzündungen, Stoffwechselstörungen und sogar psychische Beeinträchtigungen über die Darm-Hirn-Achse fördern.

Altern ist kein einzelnes Ereignis, sondern ein komplexes Zusammenspiel von Zellschäden, Stoffwechselveränderungen und mikrobiellen Einflüssen. Sie bieten auch Ansatzpunkte für Forschung und Therapien, die unser gesundes Altern unterstützen könnten, von Ernährung und Bewegung bis zu gezielten Medikamenten oder Senolytika