Neues ist immer eine Chance und ein Risiko. Wir können unser Leben bereichern, neue Fähigkeiten entwickeln oder erfüllende Beziehungen finden. Gleichzeitig besteht aber auch die Möglichkeit, enttäuscht zu werden oder zu scheitern. Menschen, die stark vor dem Neuen zurückschrecken, nehmen meistens nur die Gefahren wahr. Es fehlt das Vertrauen in die eigene Fähigkeit, mit Veränderungen umzugehen, daraus wächst die Angst vor Blamage oder Versagen. Viele bleiben deshalb lieber beim Vertrauten.
Die Ursachen sind vielschichtig:
- Biologische Schutzmechanismen: Das Gehirn interpretiert Unbekanntes oft als potenzielle Gefahr. Die Amygdala aktiviert das Stresssystem, was zu Anspannung oder Unruhe führen kann.
- Kontrollverlust: Veränderungen reduzieren vorübergehend Vorhersagbarkeit und Gefühl von Kontrolle, was Unsicherheit erzeugen kann.
- Soziale Faktoren: Neuer Lebensraum oder Job bedeuten oft den Verlust vertrauter Beziehungen. Zugehörigkeit ist ein menschliches Grundbedürfnis.
- Erfahrungen & Erziehung: Wer früh negative Erfahrungen mit Unbekannten Situationen machte oder durch Bezugspersonen davon ferngehalten wurde, entwickelt eher Vermeidungsverhalten.
- Anlageunterschiede: Menschen unterscheiden sich genetisch darin, wie schnell sie Angst bei Unbekanntem entwickeln und wie rasch sie sich wieder anpassen.
- Verlustängste: Wenn ein Neubeginn mit großen Verlusten verbunden ist und wenig Positives in Sicht, steigt die Angst.
Drei erprobte Schritte, um die Angst zu überwinden
Tipp 1: Erlaube dir die Angst
- Akzeptanz statt Verdrängung: Angst ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein normales Signal.
- Sag dir: Ich darf nervös sein. Ich kann lernen, damit umzugehen.
Tipp 2: Definiere genau wovor du Angst hast
- Konkretisieren: Ist es das Versagen, Kontrollverlust oder die Bewertung durch andere?
- Realitätscheck: Überschätzt du das Risiko? Welche objektiven Gefahren bestehen wirklich?
- Vorbereitung auf das Schlimmste: Welche Strategien hättest du, wenn der Worst-Case eintritt?
Tipp 3: Komm ins handeln
- Exposition in Stufen (erst kleine, dann größere Herausforderungen).
- Regelmäßig real erleben: Je öfter du das Befürchtete ausprobierst und überstehst, desto mehr bricht die Angst auseinander.
- Verstärke Erfolge: Dokumentiere kleine Siege und reflektiere, was gut lief.