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T4, T3 und Umwandlungsstörungen: Warum Schilddrüse nicht nur TSH bedeutet

In der Schilddrüsendiagnostik steht häufig der TSH-Wert im Mittelpunkt. Er ist wichtig, aber er erzählt nicht die ganze Geschichte. Um Schilddrüsenbeschwerden besser zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf die beiden zentralen Hormone T4 und T3. Das ist mittlerweile keine Geheimnis mehr und dennoch ist keine automatische Untersuchung, die Ihnen beim Arzt angeboten wird. Nach wie vor dominiert TSH! Warum das so ist hat einen guten Grund: So steht es in den Leitlinien! Dies ist jedoch ein Thema, über das ich an anderer Stelle schreiben werde.

T4 und T3: Was ist der Unterschied?

Die Schilddrüse produziert überwiegend T4. Dieses Hormon ist weniger aktiv und dient vor allem als Vorstufe. Das aktivere Hormon ist (unter anderem!) T3. Es wirkt direkt in den Zellen und beeinflusst dort viele Stoffwechselprozesse.

T3 ist unter anderem wichtig für:

  • Energieproduktion
  • Wärmebildung
  • Gehirnfunktion
  • Konzentration
  • Stimmung
  • Herz-Kreislauf-Regulation
  • Verdauung
  • Muskulatur
  • Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel

Ein großer Teil des T3 entsteht nicht direkt in der Schilddrüse, sondern durch Umwandlung von T4 in T3 in verschiedenen Geweben, unter anderem in Leber, Darm, Muskulatur und anderen Organen.

Wenn die Umwandlung nicht optimal funktioniert

Manche Menschen haben ausreichend T4, bilden aber möglicherweise nicht genügend aktives T3 oder können es nicht optimal nutzen. Dann können Beschwerden auftreten, die an eine Schilddrüsenunterfunktion erinnern, obwohl Standardwerte nicht eindeutig auffällig sind.

Mögliche Beschwerden sind:

  • Müdigkeit
  • Kälteempfindlichkeit
  • niedrige Belastbarkeit
  • Konzentrationsprobleme
  • depressive Verstimmung
  • Gewichtszunahme
  • trockene Haut
  • Verstopfung
  • verlangsamte Regeneration
  • geringe Motivation
  • Muskelschwäche

Solche Symptome sind nicht beweisend für eine Umwandlungsstörung. Sie können viele Ursachen haben. Aber sie können ein Hinweis sein, genauer hinzuschauen.

Was die Umwandlung von T4 in T3 beeinflussen kann

Die Umwandlung von Schilddrüsenhormonen ist ein empfindlicher Prozess. Verschiedene Faktoren können ihn beeinflussen.

Dazu gehören:

  • chronischer Stress
  • starkes Kaloriendefizit
  • Crash-Diäten
  • Entzündungen
  • Infekte
  • Schlafmangel
  • Eisenmangel
  • Selenmangel
  • Zinkmangel
  • Leberbelastung
  • Darmprobleme
  • bestimmte Medikamente
  • schwere körperliche oder seelische Belastungen

Der Körper reagiert auf Belastung oft mit Anpassung. In Phasen von Stress, Krankheit oder Mangel kann der Stoffwechsel gedrosselt werden. Das ist kurzfristig ein Schutzmechanismus. Wenn dieser Zustand aber lange anhält, kann er Beschwerden verstärken.

Warum nur TSH manchmal nicht ausreicht

TSH ist ein Steuerhormon. Es zeigt, wie stark die Schilddrüse von der Hirnanhangsdrüse stimuliert wird. Bei vielen Menschen reicht dieser Wert als erster Hinweis aus. Bei komplexeren oder anhaltenden (persistierenden) Beschwerden kann es jedoch sinnvoll sein, zusätzlich freies T4 und freies T3 zu betrachten.

Auch Schilddrüsenantikörper können wichtig sein, insbesondere wenn der Verdacht auf Hashimoto-Thyreoiditis oder Morbus Basedow besteht. Bei Hashimoto können Beschwerden bereits auftreten, bevor eine deutliche Unterfunktion im Labor sichtbar wird.

Wichtig ist: Kein einzelner Wert sollte isoliert bewertet werden. Entscheidend ist wie immer, die Kombination aus Labor, Symptomen, Verlauf und klinischem Eindruck.

T3 in der Therapie: sinnvoll, aber nicht für jeden

Für viele Menschen kann eine Therapie mit T4 ausreichend sein. Andere berichten trotz korrekter Einnahme und scheinbar guter Werte weiterhin über Beschwerden. Hier muss gehandelt werden. Natürliche Schilddrüsenhormone, vom Schwein oder Rind, könnten heir eien gute zusätzliche Verbesserung der Homronsituation bewirken. ABER: das diese Präparate T3 beinhalten muss sehr vorsichtig dosiert und eng kontrolliert werden. Eine falsche Anwendung kann Überfunktionssymptome auslösen, etwa Herzklopfen, Unruhe, Schlaflosigkeit, Zittern oder Blutdruckprobleme.

Deshalb gilt: Keine eigenständige Einnahme von NDT-Präparaten (Schilddrüsenextrakten / natürlichen Schilddrüsenhormonen), egal ob frei verkäuflich oder nicht. Eine solche Therapie gehört immer in erfahrene Hände.

Was Sie selbst beachten können

Neben der medizinischen Diagnostik gibt es grundlegende Faktoren, die den Schilddrüsenstoffwechsel unterstützen können:

  • ausreichend Schlaf
  • regelmäßige Mahlzeiten
  • keine extremen Diäten
  • gute Eiweißversorgung
  • ausreichende Versorgung mit Eisen, Selen, Zink und Vitamin D
  • Stressreduktion (!)
  • Behandlung chronischer Entzündungen
  • Darmgesundheit beachten
  • Medikamente (insbesondere L-Thyroxin) korrekt einnehmen: nüchtern und mit Abstand zu Eisen, Calcium oder Magnesium einnehmen
  • Ihre Leber unterstützen

Diese Maßnahmen ersetzen keine ärztliche Therapie, können aber helfen, den Stoffwechsel zu stabilisieren.