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Magnesium & Schlaf 

Wälzen, aufwachen, auf die Uhr schauen, das kennen vielen Menschen. Und dann liest oder hört man oft die Empfehlung: nimm doch mal Magnesium! Warum Magnesium sinnvoll sein kann und vor allem welches Magnesium, wollen wir hier kurz beleuchten.

Magnesium fährt uns runter

Damit der Körper abends überhaupt „herunterfahren“ kann, müssen zwei Systeme reibungslos zusammenspielen: die Nerven und die Muskeln. Genau hier setzt Magnesium an.

Auf Ebene der Nerven sorgt Magnesium dafür, dass Signale zwischen den Zellen sauber übertragen werden, eine Grundvoraussetzung, damit sich Anspannung überhaupt lösen kann.

Auf Ebene der Muskeln spielt Magnesium den Gegenpart zu Calcium: Während Calcium für das Anspannen des Muskels sorgt, macht Magnesium das Lösen danach erst möglich. Zuckende Beine beim Einschlafen, nächtliche Wadenkrämpfe oder ein permanentes Kribbeln in den Beinen können ein Zeichen dafür sein, dass diese Entspannung nicht richtig gelingt.

Wann ein Mangel an Magnesium den Schlaf stören kann

Nicht jede schlaflose Nacht hat mit Magnesium zu tun; aber ein Mangel kann durchaus dazu beitragen. Typische Begleiterscheinungen sind abendliche Unruhe, Reizbarkeit, Kopfschmerzen oder Verspannungen, die das Einschlafen zusätzlich erschweren.

Ein paar Gruppen sind hier besonders gefährdet, nicht genug abzubekommen:

  • Menschen unter Dauerstress
  • Leistungssportlerinnen und -sportler
  • Schwangere und stillende Frauen
  • Personen mit hoher körperlicher Belastung
  • Menschen, die regelmäßig bestimmte Medikamente einnehmen
Welches Magnesium unterstützt den Schlaf?

Wer sich für ein Präparat entscheidet, stößt schnell auf eine ganze Reihe unterschiedlicher Verbindungen. Als Faustregel gilt: organisch gebundenes Magnesium wird vom Körper in der Regel besser aufgenommen als anorganische Varianten. Zwei Formen fallen dabei besonders häufig im Zusammenhang mit Schlaf:

  • Magnesiumbisglycinat, gebunden an die Aminosäure Glycin, die selbst beruhigend auf das Nervensystem wirken kann.
  • Magnesium-L-Threonat, das im Gegensatz zu vielen anderen Formen die Blut-Hirn-Schranke passieren und dadurch direkt im Gehirn wirksam werden kann.
Dosierung: lieber langsam herantasten

Als grober Richtwert werden häufig 150 bis 300 mg Magnesium pro Tag genannt, während der allgemeine Tagesbedarf für Erwachsene laut offiziellen Empfehlungen bei etwa 300 bis 350 mg liegt. Wer gezielt abends unterstützen möchte, nimmt Magnesium meist ein bis zwei Stunden vor dem Zubettgehen ein. Diese Zahlen dienen lediglich der groben Orientierung.

Gute Begleiter: Melatonin und B-Vitamine

Magnesium muss nicht allein arbeiten. Das Schlafhormon Melatonin, das der Körper bei Dunkelheit selbst bildet, läutet den Ruhezustand ein – Magnesium ist an den dafür nötigen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Auch B-Vitamine, vor allem B6 und B12, gelten als wichtig für ein funktionierendes Nervensystem und werden gerne ergänzend eingesetzt. Welche Kombination im Einzelfall sinnvoll ist, lässt sich am besten individuell klären.

Was sonst noch beim Schlafen hilft

Ein Präparat allein macht noch keine gute Nacht. Ein paar einfache Gewohnheiten helfen zusätzlich:

  1. Jeden Tag zur gleichen Zeit schlafen gehen und aufstehen – auch am Wochenende.
  2. Vor dem Schlafengehen bewusst zur Ruhe kommen, etwa mit Yoga, Atemübungen oder Meditation.
  3. Koffein und Alkohol am Abend meiden.
  4. Für ein dunkles, ruhiges und kühles Schlafzimmer sorgen.
  5. Bildschirme rechtzeitig beiseitelegen, da blaues Licht die Melatoninbildung bremsen kann.
Kurz zusammengefasst

Magnesium ist an wichtigen Prozessen der Nerven- und Muskelfunktion beteiligt und kann dadurch indirekt auch den Schlaf unterstützen. Wer es ausprobieren möchte, sollte am besten eine gut verfügbare Form wählen und auf eine moderate Dosierung achten.

Magnesium kann eine sinnvolle Unterstützung sein, ist jedoch meist nicht die alleinige Lösung bei Schlafproblemen. Gerade ab der Lebensmitte spielen häufig mehrere Faktoren zusammen, sodass guter Schlaf zunehmend zur Herausforderung werden kann.