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Die Schilddrüse aus ayurvedischer Sicht

Ayurveda – unser ganzheitlicher Tipp!

Meine Mutter und ich sind große Ayurveda-Fans. Deshalb nehmen wir immer mal wieder verschiedene Orte, Länder und Resorts unter die Lupe und genießen die ganzheitlichen medizinischen Anwendungen, die uns in kurzer Zeit wieder regenerieren. Urlaub ist bei uns sozusagen oft „Kurzeit“.

Im Februar 2026 waren wir auf Sri Lanka in einem kleinen, feinen, familiär geführten Resort. Ein magischer Ort.

Da wir uns natürlich immer wieder mit den ayurvedischen Ärzten und Therapeuten über Ayurveda und Hormone austauschen, möchte ich heute einen kleinen Beitrag schreiben, welche Stellung die Schilddrüse im Ayurveda hat.

Die Schilddrüse im Ayurveda

Obwohl die Schilddrüse ein vergleichsweise kleines Organ ist, beeinflusst sie zahlreiche Prozesse im Körper, vom Energiehaushalt über das Körpergewicht, unserer Temperatur bis hin zur Stimmung. Im Ayurveda wird sie nicht isoliert betrachtet, sondern als Teil eines fein abgestimmten Zusammenspiels von Stoffwechsel, Nervensystem und innerer Balance verstanden.

Ayurvedisches Gaspedal

Eine zentrale Rolle spielt dabei das sogenannte Agni, das ayurvedische Verdauungs- und Stoffwechselfeuer. Es wirkt wie ein inneres Gaspedal und bestimmt, wie effizient Nahrung, Eindrücke und auch Stress verarbeitet werden. Ist Agni stabil, können Gewebe und Hormonsysteme gut versorgt werden. Gerät es jedoch aus dem Gleichgewicht, kann sich dies unmittelbar auf die Funktion der Schilddrüse auswirken.

Die 3 Doshas

Auch das Zusammenspiel der drei Doshas spielt dabei eine wichtige Rolle. Ein Überschuss an Pitta oder Vata geht häufig mit einer gesteigerten Aktivität des Stoffwechsels einher und kann sich in Symptomen zeigen wie innere Unruhe, Hitzegefühl oder Gewichtsverlust, welche typischerweise die einer Schilddrüsenüberfunktion entsprechen. Ein dominierendes Kapha hingegen verlangsamt Prozesse im Körper und begünstigt Beschwerden wie Müdigkeit, Kälteempfinden und Gewichtszunahme, wie sie typisch für eine Schilddrüsenunterfunktion sind. Sind Kapha erhöht und Agni gleichzeitig geschwächt, kann es aus ayurvedischer Sicht zudem zu einer Vergrößerung der Schilddrüse kommen.

Schilddrüse & Stress – ein unzertrennbares Paar

Ayurveda bezieht jedoch nicht nur körperliche, sondern auch psychische Aspekte in die Betrachtung ein. Anhaltende Sorgen, ungelöste Konflikte oder das Gefühl, sich selbst zurücknehmen zu müssen, können das hormonelle Gleichgewicht beeinflussen. Häufig sind es eher stille Menschen, die eigene Bedürfnisse hintenanstellen und zu oft „Ja“ sagen, die hier besonders empfindlich reagieren.

Stress nimmt dabei eine zentrale Rolle ein. Menschen mit Schilddrüsenproblemen reagieren häufig sensibler auf Belastungen, während gleichzeitig eine dauerhaft erhöhte Stressbelastung die Regulation des Hormonsystems zusätzlich erschwert. So kann ein Kreislauf entstehen, in dem Stress die Symptome verstärkt und die verminderte Belastbarkeit wiederum zu mehr Stress führt.

Die Sicht auf alles

Ayurveda legt den Fokus daher weniger auf einzelne Laborwerte, sondern auf die Frage, wie gut der Körper insgesamt regulieren kann. Verdauung, Schlaf, Stressverarbeitung und emotionale Balance werden als gleichwertige Faktoren betrachtet mit dem Ziel, die inneren Systeme nachhaltig zu stabilisieren.

Nahrung als Medizin

Im Alltag bedeutet das: Regelmäßige Mahlzeiten, gut verdauliche Nahrung, ausreichend Schlaf und bewusst gesetzte Ruhephasen sind keine „Extras“, sondern grundlegende Voraussetzungen für hormonelle Balance. Auch sanfte Routinen, Atemübungen oder einfache Entspannungstechniken können helfen, das Nervensystem zu stabilisieren und damit indirekt auch die Schilddrüse zu entlasten.

Ayurveda kann schulmedizinische Diagnostik und Therapie nicht ersetzen, aber sinnvoll ergänzen. Als ganzheitlicher Ansatz lädt er dazu ein, den eigenen Körper besser zu verstehen und frühzeitig auf Signale von Überforderung oder Dysbalance zu reagieren, lange bevor sich Beschwerden verfestigen.